Radioprojekt zum Thema Homophobie der achten Klassen

DSC_0041 Die SchülerInnen der achten Klassen des Georg-Cantor-Gymnasiums in Halle haben im Rahmen ihrer Projektwoche eine Radiosendung zum Thema Homophobie auf die Beine gestellt. Zusammen mit Julia Böhm, Öffentlichkeitsreferentin des Leipziger StuRas und Mitarbeiterin beim Leipziger Radio Blau, haben sich die Jugendlichen Gedanken über das Thema gemacht, sich mit Literatur beschäftig und sich die Fragen gestellt, warum es Homophobie überhaupt gibt, wie man aufklären kann  und welche Organisationen sich für die Rechte von Schwulen und Lesben einsetzen. Dafür hatten sie allerhand Hilfe von Menschen, die sich  beruflich oder ehrenamtlich mit dieser Problematik auseinander setzen. Auch wir wurden von den SchülerInnen zum Interview gebeten und sind dieser Bitte, zusammen mit Sebastian Henze von que(e)r_einsteigen, gerne nachgekommen. Was wir vor Ort erlebten, hat uns wirklich begeistert. Sehr aufgeschlossene Jugendliche, alle im Alter zwischen 13 und 14 Jahren, die offen und tolerant mit dem Thema Homosexualität umgehen und die beim Gespräch darüber nicht peinlich berührt scheinen, wie man es vielleicht von Heranwachsenden in dem Alter erwarten hätte. Im Gespräch miteinander erzählten uns die GymnasiastInnen warum sie sich für dieses Projekt entschieden und dass Homosexualität an ihrer Schule sehr offen behandelt wird. Ihnen war es aber dennoch wichtig ein Projekt darüber ins Leben zu rufen, da ein solch offener Umgang leider nicht alltäglich ist. So haben sie nach dem theoretischen Teil einen Radiobeitrag entwickelt, in dem zum Beispiel verschiedene Projekte vorgestellt wurden. Auch Sebastian Henze erzählte über die Arbeit von que(e)r_einsteigen, ein Projekt was seit ein paar Jahren von uns unterstützt wird. Die Schüler waren begeistert von dem Engagement der Studierenden und fragten gleich nach, ob eine Zusammenarbeit auch später im Rahmen anderer Veranstaltungen möglich wäre. Eine Bitte, die nach dem Gespräch mit den SchülerInnen, auch im Interesse von Sebastian Henze lag. Besonders gespannt sind wir auf den großen Interviewteil. Die SchülerInnen sind durch Halles Innenstadt gezogen und haben die Menschen gefragt, ob man Homosexuelle an ihrem Äußeren erkennen kann, ob man die gleichgeschlechtliche Ehe erlauben sollte und versucht, die allgemeine Meinung der Befragten in Erfahrung zu bringen. „Die Reaktionen waren dabei teilweise sehr heftig“, weiß Julia Böhm zu berichten. Und Annika Busse (14 Jahre) erzählt: „Eine ältere Frau ist einfach weiter gegangen und sagte nur vor sich her, dass es sowas früher nicht gegeben hat und diese Lebensweise verboten gehört. Das hat mich schon überrascht.“ Dennoch gab es auch viele positive Stimmen. Doch wir wollen nicht alles vorweg nehmen. Sobald die Sendung fertig geschnitten ist, könnt ihr euch den gesamten Beitrag auf unserer Homepage anhören.

Ein Kommentar

  • Liebe SchülerInnen der 8. Klassen!
    Das ist ein riesen Thema, dessen ihr euch da angenommen habt. Genau so eine Aktion fehlt leider an so mancher Schule und so ist das Bewußtsein gegenüber Schwulen und Lesben in der Bevölkerung immer noch von Vorurteilen und Ressentiments geprägt. Wir kümmern uns als Netzverband von schwul- lesbischen Fußball- Fanklubs um das gleiche traurige Thema. Schwulenhass ist leider immer noch in vielen Teilen der Bevölkerung verankert. So versuchen wir die Fankultur in den Fußballstadien zu verbessern oder zumindest ein Gespür entwickeln zu lassen, wann Homophobie oder Sexismus vorliegt. Vielleicht ergibt sich ja einmal eine gemeinsame Aktion, denn besonders durch den Meinungs- und Erfahrungsaustausch lebt die Chance, dass irgendwann diese Angst vor allem Andersartigen verschwindet und nicht mehr zu einer Gefahr für die Betroffenen wird.
    Macht weiter so!
    Sportliche Grüße,
    QFF Queer Football Fanclubs

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