Medien- und Kommunikationswissenschaften vor dem Aus

Das Rektorat hat am Mittwoch beschlossen, im Wintersemester 2013/14 keine Immatrikulationen mehr in den Studiengängen der Medien- und Kommunikationswissenschaften vorzunehmen. Das ist der Beginn der Schließung des Faches. Damit werden im Rahmen der Haushaltsdiskussionen angekündigten Kürzungen bittere Realität. Das Department äußert sich dazu in einer Stellungnahme, auch das Aktionsbündnis MLU – Perspektiven gestalten kritisiert die Entscheidung des Rektorates. Der Studierendenrat äußert sich in einer Pressemitteilung: Medien- und Kommunikationswissenschaften erstes Opfer des Kürzungswahns Studierendenrat der MLU kritisiert willkürliches Schließen von Fachbereichen Für den Immatrikulationsstopp gibt es keine nachvollziehbaren Gründe. Die Studiengänge sind sehr beliebt, es wird eine gute Verzahnung zwischen Theorie und Praxis geboten und das Fach verfügt über sehr gute außeruniversitäre Kooperation. Einzig und allein weil die Professuren des Fachbereichs frei sind bzw. bald frei werden, bieten sich die Medien- und Kommunikationswissenschaften zum Kürzen an. Dieser sogenannten Logik folgt das Rektorat ohne dabei nachzudenken. Fatal ist dabei, dass die Universitätsleitung die Schließung von Fächern beginnt, bevor eine Profil- und Strukturdebatte an der Universität stattgefunden hat. Immer wieder hieß es, dass erst über das zukünftige Profil und die Zukunft der Universität diskutiert werden soll,  bevor über strukturelle und finanzielle Folgerungen entschieden wird. Gegen dieses Prinzip, das auch wiederholt von der Landesregierung gefordert wurde, verstößt das Rektorat nun selbst.  Und das, obwohl auch die Landesrektorenkonferenz erst eine inhaltliche und dann eine strukturelle Diskussion einforderte. Wir fordern vom Rektorat, sich nicht selbst zu widersprechen, in einem ersten Schritt gemeinsam mit allen Gremien über das Profil der Universität eine inhaltliche Debatte zu führen und von willkürlichen Kürzungen und Schließungen abzusehen. Zu denken gibt auch das Zustandekommen dieser Entscheidung. Das Rektorat hat den Beschluss gefasst, ohne demokratisch legitimierte Gremien zu informieren oder zu beteiligen. In Anbetracht der Tatsache, dass in der Sitzung des Akademischen Senats letzte Woche explizit nach Immatrikulationsstopps gefragt wurde und das Rektorat keine konkreten Auskünfte dazu gegeben hat, werfen wir dem Rektorat eine Verschleierungstaktik vor. Zusätzlich brisant ist die Entscheidung des Rektorats in Anbetracht der momentanen Haushaltsdiskussionen an der Universität. In der Sitzung des Akademischen Senats am vergangenen Mittwoch wurde deutlich, dass die Universität aus dem Hochschulpakt so viel Geld erhält, dass sie alle bestehenden Strukturen wie bisher finanzieren kann. Es sind darüber hinaus sogar Überschüsse in Millionenhöhe zu erwarten, die die Universität in diesem Jahr nicht benötigt. Aus diesem Grunde besteht zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Anlass zu irgendwelchen Kürzungen an dieser Universität. Der Studierendenrat spricht sich daher gegen jegliche Immatrikulationsstopps, Kürzungen und Schließungen von Fächern aus und unterstützt die Studierenden und Mitarbeitern der Medien- und Kommunikationswissenschaften gegen das Vorhaben des Rektorats. Weitere Informationen aus den Medien: Die MZ berichtet hier, hier und hier. Auch der MDR berichtet auf seiner Homepage, ebenso wie hallespektum. Der Rektor hat sich inzwischen ebenfalls zu Wort gemeldet.

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