Mobilität in Sachsen-Anhalt – das Stiefkind der Landesregierung

Nachdem die Landesregierung und Ministerpräsident Reiner Haselhoff (CDU) vor einiger Zeit kein Bedarf für ein landesweites Semesterticket gesehen hat, erteilt sie nun auch der Unterstützung des 365-Euro-Tickets eine Absage. (1) Offenbar hat die CDU-geführte Landesregierung immer noch nicht verstanden, dass Mobilität einen enormen Faktor bei der Wahl des Arbeits-, Studien- und Wohnortes spielt. Insbesondere für Studierende ist die Mobilität entscheidend.

 

Aktuell läuft z.B. eine Volksinitiative unter dem Titel „Den Mangel beenden – Unseren Kindern eine Zukunft geben!“. Sicherlich hängt der Lehrer*innenmangel nicht allein vom 365-Euro-Ticket ab. Aber warum soll ich als angehende*r Lehrer*in mein Referendariat in einer ländlich geprägten Region in Sachsen-Anhalt aufnehmen, wenn damit enorme Mobilitätskosten verbunden sind? Natürlich bietet das Ticket nicht nur Vorteile für Lehrämtler*innen, sondern für alle Menschen, die auf Mobilität angewiesen ist. Des Weiteren kommt beim ÖPNV noch der Umwelt- und Klimaschutzaspekt hinzu. In einer Zeit, wo die CO2-Emissionen je Einwohner*in in Sachsen-Anhalt stagnieren (2), ist ein attraktiver und kostengünstiger ÖPNV das Gebot der Stunde.

 

Wir fordern die Landesregierung dazu auf, sich dem Thema proaktiv anzunehmen und es nicht auf die Kommunen abzuwälzen. Der Studierendenrat der MLU gehört zu den Befürworter*innen eines landesweiten Semestertickets für Studierende, das ist nicht neu. Dessen Sprecher*innenkollegium macht deutlich, dass eine Diskussion darüber, inwiefern die Einführung eines 365-Euro-Tickets im Tausch mit dem MDV-Semesterticket machbar wäre, nicht von vornherein ausgeschlossen werden soll.

 

Verweise:

 

(1) Vgl. Drucksache 7/5473, auf: https://www.landtag.sachsen-anhalt.de/dokumente/aktuelledokumente/drucksachen/

(2) Vgl. Tabellen CO2-Bilanz, auf: (2)https://statistik.sachsen-anhalt.de/themen/wirtschaftsbereiche/energie-undwasserversorgung/tabellen-co2-bilanz/#c167144