Aufnahmestopp im Bachelor Musik verhindern!

Wir, das Sprecher_innenkollegium des Studierendenrat der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, unterstützen die Stellungnahme des Fachschaftsrates Musik Sport Medien Sprechwissenschaften:

 

Wir, der Fachschaftsrat Musik Sport Medien Sprechwissenschaften, wollen mit diesem Schreiben auf die Verhältnisse der Abteilung Musikpädagogik des Institutes für Musik, Medien und Sprechwissenschaften und die bevorstehende Entscheidung des Fakultätsrates am kommenden Mittwoch, den 20.12.2017, um 14:00 Uhr, aufmerksam machen. In dieser soll über einen konkreten Stopp der Aufnahmeprüfungen in den Fächern BA Klavier, BA Gesang und BA Gitarre entschieden werden, was eine indirekte Aussetzung der Immatrikulation in diesen Fächern bedeutet.

 

Wir fordern alle Student*innen auf sich mit den Kommiliton*innen der Musik zu solidarisieren und uns bei einer Kundgebung vor der Sitzung des Fakultätsrates am Mittwoch, den 20.12.2017,  ab 13:00 Uhr, vor dem Melanchtonianum zu unterstützen und der anschließenden öffentlichen Sitzung beizuwohnen. Denn nur durch einen klaren Protest aus der Studierendenschaft lassen sich die Schließungspläne noch verhindern.

 

Im Folgenden möchten wir die Wichtigkeit dieser Studiengänge verdeutlichen, dass sie für unser Studium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg essentiell wichtig sind und mit ihren direkten Folgen eine große Gefahr für die Lehre nach sich ziehen. Durch einen Aufnahmestopp für die künstlerischen Studiengänge BA Musik, BA Gesang, und BA Gitarre ist nicht nur die Vielfalt unserer Universität gefährdet, sondern auch, entgegen der Aussagen des Rektorates, die Ausbildung für das Lehramt Musik.

 

Zum einen haben alle Studierenden der künstlerischen Studiengänge die Aufgabe, unsere Universität national und international zu repräsentieren und zu vertreten. Es wird von diesen Studierenden eine Vielzahl an wissenschaftlichen Werken erarbeitet – seien es Konzeptionen zur Vermittlung von Unterrichtsinhalten oder die Produktion und Reproduktion von musikalischen Werken.

Zum Zweiten haben sie die Aufgabe, alle Musik-Lehramtsstudierenden während künstlerischer Prüfungen in Form von Begleitungen und Vorbereitungen zu unterstützen. Ohne diese Unterstützung ist das Studium Lehramt für Musik in großer Gefahr.

 

Neben diesen universitären Aufgaben garantieren nur Studierende der künstlerischen Studiengänge eine erfolgreiche Ausbildung der Kinder an Musikschulen, da diese die Methodik zum Erlernen eines Instrumentes in Form von Lehrproben und Seminaren im Studium vermittelt bekommen. Ein*e Lehramtsstudent*in erfährt während der Ausbildung keine vergleichbare Unterweisung.

 

Weiterhin sehen wir die Ausbildung für das Lehramt Musik an unserer Universität als stark gefährdet an. Es ist vollkommen realitätsfern, davon auszugehen, dass die Ausbildung für das Lehramt gesichert sei, wenn die gesamte Musikdidaktik aus zwei halben Stellen und einem Professor – welcher als Dekan auch andere administrative Aufgaben übernehmen muss – abgedeckt wird.

Darunter leidet die Qualität unserer Ausbildung! Schulpraktische Übungen werden dadurch schlecht betreut. Eine durchgängige Betreuung während des Schulpraktikums kann nicht gewährleistet werden, da im Falle einer Krankheit viele didaktische Kurse ausfallen müssen! Neue, wegweisende wissenschaftliche Produkte zu neuen Konzepten der Musikpädagogik können nicht entwickelt werden!

Viele Lehrende können nur an bestimmten Tagen angetroffen werden, sodass sich Probleme nur über einem langen Zeitraum und kompliziert lösen lassen!

 

Das Fach Musik ist im schulischen Kontext von großer Bedeutung. Um den neuen Fachlehrplan für Musik zu zitieren: „Musik prägt das Leben in allen Bereichen (…)“ Mit dieser Festschreibung in dem neuen Fachlehrplan ist es unserer Meinung nach eine Zumutung, wie die Ausbildung für das Lehramt Musik und die der künstlerischen Fächer, auf Grund von finanziellen Schwierigkeiten von einigen Rektoren und Politikern, angesehen wird. Falls diese Personen die musikalische Ausbildung der zukünftigen Lehrer und Lehrerinnen weiter beschneiden, ist es abzusehen, dass die Qualität an den Schulen und Musikschulen fortwährend sinken wird. Demnach ist jetzt an der Zeit zu handeln!

 

Die Aussage des Rektorats, dass die Lehramtsausbildung Musik am Institut für Musik-, Medien-, und Sprechwissenschaften gesichert sei, basiert unserer Ansicht nach auf falschen Berechnungen in der Stellenpolitik: Nach Angaben des derzeitigen Dekans der Philosophischen Fakultät II braucht die Abteilung Musik, um den derzeitigen Betrieb zu sichern, drei Professuren und zehn Mittelbaustellen. Diese Rechnung ist schlichtweg realitätsfern. Nach Angaben des Leiters des Instituts für Musik-, Medien-, und Sprechwissenschaften braucht es fünf Professuren und 14 ½ Mittelbaustellen, um eine Durchführung des Studienbetriebs zu garantieren. Im Gegenzug zu den anderen Berechnungen, wurde letztere an den aktuellen Studierendenzahlen errechnet. Dies stößt allerdings beim Rektorat auf wenig Unterstützung.

 

Wir fordern daher die Schaffung von neuen festen Stellen für die Lehrenden der Musikpädagogik am Institut für Musik, Medien- und Sprechwissenschaften und die weitere Aufnahme für Studierende der künstlerischen Studiengänge BA Gesang, BA Klavier und BA Gitarre!