Als Sprecher*innenkollegium des Studierendenrates der Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg kritisieren wir die geplanten Einschnitte in der psychotherapeutischen Versorgung im Rahmen der GKV-Finanzreform.

Die Bundesregierung begründet die Reform mit der notwendigen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung und plant dafür verschiedene Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem. Ein Teil dieser Maßnahmen betrifft auch die psychotherapeutische Versorgung: Unter anderem soll ein Schutzmechanismus zur Sicherung einer angemessenen Vergütung psychotherapeutischer Leistungen entfallen. Psychotherapeutische Verbände warnen davor, dass dadurch Praxen wirtschaftlich unter Druck geraten könnten und in der Folge Therapieplätze wegfallen sowie Wartezeiten weiter steigen könnten.

Diese Entwicklungen treffen Studierende besonders hart. Psychische Belastungen sind längst Teil der Realität vieler Studierender. Leistungsdruck, Prüfungsphasen, finanzielle Sorgen, Zukunftsängste, prekäre Beschäftigung und die Herausforderungen eines selbständigen Lebens führen dazu, dass viele Studierende auf psychotherapeutische Unterstützung angewiesen sind. Gleichzeitig ist der Zugang zu Therapieplätzen bereits heute schwierig: Lange Wartezeiten und fehlende Kapazitäten bedeuten für viele, dass Hilfe erst dann verfügbar ist, wenn die Belastung bereits massiv zugenommen hat.

Gerade an Hochschulen zeigt sich, wie wichtig eine verlässliche psychotherapeutische Versorgung ist. Wenn notwendige Unterstützung fehlt oder sich der Zugang weiter verschlechtert, kann das Auswirkungen auf Studienverläufe, den erfolgreichen Abschluss des Studiums und die soziale Teilhabe haben. Niemand sollte sein Studium aufgrund fehlender gesundheitlicher Versorgung aufgeben müssen.

Die Stabilisierung der Krankenkassen darf nicht auf Kosten der psychischen Gesundheit von Patient*innen erfolgen. Einsparungen im Gesundheitswesen dürfen nicht dazu führen, dass diejenigen weniger Unterstützung erhalten, die sie dringend benötigen.

Als SPK verurteilen wir deshalb Maßnahmen, die den Zugang zu psychotherapeutischer Hilfe erschweren und fordern eine Stärkung der psychischen Gesundheitsversorgung, auch und gerade für Studierende.

Deshalb sagen wir: Psychische Gesundheit ist keine Sparmaßnahme – Therapieplätze statt Kürzungen!