Referat für Soziales

Liebe Mitglieder des Studierendenrates,

mit diesem Bericht möchte ich euch einen Überblick über meine bisherigen Tätigkeiten als Referentin für Soziales geben. Ich freue mich, seit kurzem in diesem Amt aktiv zu sein, und bin aktuell dabei, mich weiter einzuarbeiten, bestehende Themen zu übernehmen und eigene Schwerpunkte zu setzen.

Einstieg und erste Schritte

Ich habe mich zunächst bei verschiedenen Anlaufstellen vorgestellt und erste Kontakte geknüpft. Unter anderem zum Familienbüro der MLU, dem Studierendenwerk Halle, dem AK Que(e)r einsteigen, AK Studieren mit Kind, dem AK Inklusion sowie zu anderen Referaten.

Bei der Einarbeitung wurde ich vom ehemaligen Referenten Moritz und dem Vorsitzenden Ferdinand (der die Stelle übergangsweise betreut hat) unterstützt. In den ersten Wochen standen vor allem Orientierung, das Kennenlernen bestehender Prozesse und die Sichtung aktueller Themen im Vordergrund.

Aktuelle Schwerpunkte

Gespräch mit der Weinberg-Kita

Ein zentrales Thema ist der „geplante“ Trägerwechsel der Weinberg-Kita, die derzeit vom Studierendenwerk Halle betrieben wird. Die Zukunft der Einrichtung ist ungewiss.

In einem ausführlichen Gespräch mit Vertreter*innen des Studierendenwerks (Detlef Kohrs, Geschäftsführer; Frau Constanze Meyer, Betreuerin der Kindertageseinrichtungen) Vertreter*innen der MLU (Dr. Andrea Ritschel, Referentin für Vielfalt und Chancengleichheit; Prof. Dr. Kay Saalwächter, Institute of Physics) und STURA Vertreter*innen (Ferdinand Kirchfeld, Vorsitzender; Jennifer Hilgert, Referentin für Soziales) wurden folgende Aspekte deutlich:

Aktuelle Probleme/ Gründe für Trägerwechsel:

  • Halle hat ca. 1200 leere Kitaplätze

  • Weinberg-Kita hat immer weniger Studierendenkinder (40-50 Stück bei 176 Plätzen)

  • Keine volle Auslastung (aktuell 130 Plätze), dadurch unwirtschaftlich (hohe Personalkosten)

  • Verwaltungsaufwand und -kosten werden durch Trägerwechsel gelöst, „angeblich“ Betriebs- und Organisationswirtschaftliche Vorteile

Vorschlag des Studentenwerks:

  • Das Studentenwerk möchte die Kita (voraussichtlich zum 01.08.2026) an das UKH abgeben

  • UKH hätte somit eigene Kita und würde von der Stadt finanziell unterstützt werden

  • Es sollen 50 Plätze für Kinder von Studierenden „reserviert“ werden (per Vertrag)

(Potenzielle) Probleme die sich daraus ergeben:

  • Keine eigene Trägerschaft bedeutet Risiken (weniger Selbstbestimmung; Was passiert, wenn das UKH den Vertrag dann kündigt?; Unklarheiten über Aufteilung der Plätze in Krippe und Kita; Unterschiedliche Anforderungsprofile von UKH-Eltern im vgl. zu Studierenden-Eltern, etc.)

  • Weniger Mitbestimmung studentischer Eltern

  • Besonderheiten der Studentenwerk-Kita geht verloren (Anmeldezeiträume stimmen mit Semesterbeginn überein, direkte Unterstützung des Studentenwerks möglich, gute Sichtbarkeit durch direkte Verknüpfung des Studentenwerks)

  • Trägervorteile des Studentenwerks gehen verloren (muss nicht wirtschaftlich sein)

Vorschlag/ Bitten der MLU und des STURA:

  • Entwicklung möglicher Alternativen

    • Reduzierung der Kita-Kapazität (dadurch wieder wirtschaftlich)

    • Geteilte Trägerschaft zwischen Uni und Studentenwerk (?)

    • Vergabe von Plätzen an die UKH (nicht umgekehrt)

  • Einbringen der Perspektiven (betroffener) studentischer Eltern

  • Bitte um Vgl. wie Bundesweit mit den Kita-Trägerschaften der Studierendenwerke umgegangen wird

  • Genaue Zahlen zur Krippen- und Kitaplätze-Anzahl studentischer Eltern der Weinberg-Kita der letzten Jahre

Das Studentenwerk hat zugesagt die obenstehenden Optionen zu prüfen und auszuarbeiten. Es wird weitere Gespräche mit den betreffenden Parteien geben.

Ich halte es für dringend erforderlich, dass das Studentenwerk seine Trägerschaft behält. Das sich etwas ändern muss, steht aber außer Frage. Ich halte die vorgeschlagene Option der Trägerabgabe an die UKH aber für die denkbar schlechteste Option.

Sozialumfrage unter Studierenden

Die Sozialumfrage zur Lebenslage von Studierenden an der MLU lief bis zum 15. Juni 2025. Sie wurde von Janes Behr betreut und behandelte u. a. Themen wie Wohnen, Studienfinanzierung, Gesundheit, Sorgearbeit und Diskriminierung. (Abrufbar unter „https://umfrage.uni-halle.de/972766?lang=de“)

Im Rahmen der anstehenden Auswertung möchte ich Themen und Interessenschwerpunkte aus dem STURA und den AK´s etc. gebündelt weitergeben. Falls euch beim Ausfüllen der Umfrage bestimmte Inhalte besonders aufgefallen sind oder ihr findet, dass bestimmte Aspekte unbedingt vertieft betrachtet werden sollten, gebt mir bitte bis spätestens 18. Juni Bescheid.

Ziel ist es, eure Hinweise in die Auswertung einfließen zu lassen und so dafür zu sorgen, dass auch STURA -relevante Perspektiven explizit sichtbar werden.

Ausblick

In den kommenden Wochen möchte ich:

  • die Themenschwerpunkte des STURA und der AK etc. bei der Auswertung der Sozialumfrage sammeln und weitergeben, sodass relevante Themen und Perspektiven berücksichtigt werden

  • weitere Gespräche mit Eltern (u.a. aus dem AK Studieren mit Kind) und dem Studierendenwerk führen

  • soziale Themen besser auf der Website und in sozialen Medien sichtbar machen

  • Kontakt zu weiteren Initiativen und Beratungsstellen in Halle aufnehmen

Ich danke allen, die mich bei meinem Einstieg unterstützt haben, und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit im Referat und mit allen Interessierten. Für Anregungen, Kritik und Kooperationsideen bin ich jederzeit offen.

Liebe Grüße
Jennifer Hilgert
Referat für Soziales

sozialref@stura.uni-halle.de