Bericht KW 38/39 – Aktionsbündnis und Gespräch mit dem Rektor

Die Themen Haushaltsdefizit, Strukturdiskussion und Profildiskussion werden heißer denn je in den Gremien, den Zeitungen und in sozialen Netzwerken diskutiert. Dabei gestaltet sich die Diskussion als schwierig, denn die eigentlich notwendige seperate Behandlung der Themen werden in hitzigen Sitzungen als ein neues verschmolzenes Thema diskutiert – die Zukunft der MLU generell. Das scheint auch logisch, denn eine neue Profilierung, also eine thematische Ausrichtung, mündet letzendlich in einer Änderung der Struktur.

Am 24.09.2012 trafen sich Studierende und Mitglieder aus Gewerkschaften und Personalrat im Hallischen Saal. Das zweite Treffen dieses noch losen Netzwerkes vereinbarte eine Zusammenarbeit und eine gemeinsame Vertretung der Interessen von Studierenden und Personal. Unter dem Namen „Aktionsbündnis MLU – Perspektive gestalten“ gründet sich am 04.10.2012 das Aktionsbündnis aus diesen VertreterInnen. Ziel ist das Informieren und Mobilisieren der Studierenden und MitarbeiterInnen über die aktuelle Situation und um für bessere Studienbedingungen und einen aufgabengerechten Finanzhaushalt im Senat und im Land zu kämpfen. Zu diesem Thema wird es in den nächsten Wochen noch mehr zu berichten geben.

Eine Informationsseite zum Haushaltsdefizit ist jetzt unter folgendem Link erreichbar:

www.stura.uni-halle.de/haushaltsdefizit

Dort werden Informationen in einem FAQ bereitgestellt sowie weiterführende Dokumente und Termine aufgelistet.

Die studentischen Senatoren und der StuRa wurden am vergangenden Donnerstag, 27.09.2012, zu einem Gespräch mit Rektor Sträter eingeladen. Mit ein wenig Verspätung aufgrund eines Telefonates mit dem Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium erläuterte Magnifizenz Sträter nocheinmal die aktuelle Situation. Er erklärte, dass das Rektorat entsprechend dem Auftrag des Senats für die Diskussion in der Sondersenatssitzung am 10.10.2012 ein Diskussionspapier erstellt hat. Die Grundlage dafür sind Gespräche mit den Dekanen gewesen. Konkrete Stellen oder Studiengänge sollen noch nicht besprochen werden. 50 – 60 auslaufende Professuren bis 2019 wurden betrachtet und in einzelnen Gesprächen mit den Dekanen diskutiert. Die Ergebnisse sind bisher vertraulich.

Der Rektor möchte versuchen, die zu Beginn dieses Berichtes genannte Verflechtung zu entwirren.

Die Beseitigung des Haushaltsdefizites könne erst im Herbst 2013 verhandelt werden, denn dann werden die neuen Zielvereinbarungen mit dem Land verhandelt. 135 Millionen Euro pro Jahr für den Haushalt 2013/2014 sollen als Verhandlungsbasis zur Verfügung stehen. 4 Millionen Euro mehr als bisher. Sträter wünscht sich auch wieder eine Laufzeit von 5 Jahren, um der Universität eine bessere Planungssicherheit zu ermöglichen. Die Leistungsorientierte Mittelvergabe soll möglichst auf dem Niveau von 10% gehalten werden, damit es nicht zu überraschenden Abzügen im Haushalt von einem Betrag von über eine Million Euro kommt (bisher ca 500.000 Euro).

Um an dieser Verhandlungsfront in Augenhöhe mit den anderen Universitäten und Hochschulen an einem Tisch zu sitzen, möchte er die aktuellen Probleme beseitigen bzw. einen Plan vorzeigen können.

Insbesondere bei den „kleinen Fächern“ sieht er Optimierungsbedarf. Seiner Meinung nach gibt es Institute und Seminare, die derzeit nicht Hand in Hand forschen. Das ist schlecht für eine einheitliche Profilbildung. Das Rektorat möchte die Clusterisierung der Forschung vorantreiben und durch Netzwerke stärken, um stärker in der nationalen und internationalen Forschungslandschaft präsent zu sein – wichtig für Drittmitteleinwerbung. Auch Studiengänge, die keine Einschreibungen haben, müssen überprüft werden. Solche Studiengänge belasten die Struktur und erwecken den Eindruck, dass sie nur die Existenz eines Lehrstuhles sichern. Jede Professur hat aber den Auftrag, sowohl Forschung als auch Lehre durchzuführen.

Strukturänderungen sind immer von Stellen abhängig. Änderungen an Profilen sind ebenfalls von Stellen abhängig. Um das Profil zu ändern, müssen gegebenenfalls Lehrstühle neu ausgerichtet werden. Das geht allerdings nur, wenn diese Lehrstühle ebenfalls daran interessiert sind, ihre Arbeit in diese Richtung zu leiten. Andernfalls kann das Profil nur geändert werden, wenn Lehrstühle neu besetzt werden können. Bis 2019 sind es eben bis zu 60 Lehrstühle. Eine Änderung der Denomination in den anschließenden Berufungen führt dazu, dass ein Profil sich ändern kann. Und eben auch die Struktur. Laut Sträter ist eben eine Berufungspolitik.

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